Lofttür Verschluss: Riegel, Griff und Schloss richtig wählen
Ob einfacher Schieberiegel, lautloser Magnetverschluss oder abschließbares Einsteckschloss - welche Lösung für Ihre Lofttür technisch realisierbar ist, hängt von Profiltiefe, Glasart und Nutzungsseite ab, nicht allein vom Geschmack. Dieser Ratgeber ordnet die drei Verschlusskategorien, erklärt die konstruktiven Voraussetzungen am Stahlrahmen und nennt konkrete Preisspannen, damit Sie vor der Bestellung oder Nachrüstung eine fundierte Entscheidung treffen können.
Drei Verschlusskategorien - und wann welche sinnvoll ist
Schieberiegel: Privatsphäre ohne Sicherheitsanspruch
Ein pulverbeschichteter Schieberiegel ist die einfachste Form des Lofttür-Verschlusses. Er genügt überall dort, wo kein Schlüssel benötigt wird: Bäder, Ankleideräume oder Hauswirtschaftsräume sind typische Einsatzbereiche. Der Lofttür-Riegel sichert gegen unbeabsichtigtes Öffnen - etwa durch Luftzug oder spielende Kinder -, bietet aber keinen Schutz gegen unbefugten Zutritt, da er von der Gegenseite nicht bedienbar ist.
Eine falsch montierte Lofttür kann zu Problemen führen wie schleifenden Elementen, instabilen Laufschienen oder mangelndem Schallschutz.
Quelle: Montage einer Lofttür: Planung, Vorbereitung und fachgerechter Einbau | MyDoor
Montiert wird der Schieberiegel ausschließlich am Stahlrahmen, nicht am Glas. Voraussetzung sind M5- oder M6-Gewindebohrungen im Profil, die bei Manufaktur X bereits in der Fertigungsphase eingebracht werden. Wer einen Riegel nachträglich ergänzen möchte, sollte die Wandstärke des Hohlprofils an der Montagestelle prüfen. Bei Wandstärken unter 2 mm ist ein Gewinde nicht tragfähig genug - hier empfiehlt sich eine eingeschweißte Schweißmutter (Kosten: ca. 30-60 € pro Montagepunkt beim Metallbauer). Schieberiegel in pulverbeschichtetem Schwarz sind im Fachhandel für 25-60 € erhältlich. Baumarktvarianten in verzinktem Stahl kosten 8-25 €, passen optisch jedoch selten zu einem RAL 9005 pulverbeschichteten Stahlrahmen.
Magnetverschluss: lautloses Schließen im offenen Grundriss
Für Lofttüren als Raumteiler in offenen Wohn- und Essbereichen ist der Magnetverschluss die konstruktiv sauberste Lösung: Er schließt lautlos, erfordert keine sichtbare Mechanik und hinterlässt keine Kratzer am Rahmen. Entscheidend ist jedoch die Haltekraft. Thomas Weidner, Beschlagtechnik-Referent bei Häfele GmbH, formulierte es auf der BAU München 2023 präzise:
„Magnetverschlüsse haben sich in offenen Wohnkonzepten durchgesetzt, weil sie lautlos schließen und keine sichtbare Mechanik erfordern - aber ihre Haltekraft wird systematisch unterschätzt: Unter 8 kg ist ein Magnetschnapper für Innentüren im Alltag keine zuverlässige Lösung."
Thomas Weidner, Beschlagtechnik-Referent, Häfele GmbH - Fachpräsentation BAU München 2023
Für Lofttürflügel ab 60 kg Eigengewicht gilt demnach eine Mindesthaltekraft von 8 kg als praxistaugliche Untergrenze, um Aufschlagen durch Luftzug oder Druckunterschiede beim Öffnen eines Fensters zuverlässig zu verhindern. Magnetschnapper sind in Haltekraftstufen von 3 kg bis 25 kg erhältlich (Produktdatenblätter Häfele, 2023). Designausführungen in schwarz matt oder Edelstahl gebürstet kosten 40-90 €; einfachere Varianten beginnen ab 15 € - bieten aber meist nur 3-5 kg Haltekraft und sind für Türflügel ab 60 kg nicht ausreichend.
Bei Pivot-Lofttüren (pivot hinge) ohne umlaufenden Rahmenanschlag ist der Magnetverschluss häufig die einzig sinnvolle Option. Ein klassischer Riegel oder ein Einsteckschloss setzt einen festen Gegenschlag am Türstock voraus, der bei Pivot-Konstruktionen konstruktionsbedingt fehlt. Ein Hamburger Penthouse-Projekt zeigt die Konsequenz: Eine Pivot-Lofttür mit 1.200 mm Breite und 2.600 mm Höhe wurde mit versenkten Bolzenverschlüssen (flush bolt) oben und unten am Flügel kombiniert, die den Flügel in Boden und Sturz verankern - der Magnetverschluss übernimmt dabei nur die alltagstaugliche Haltefunktion, nicht die Verankerung.
Abschließbares Schloss: wann ein Zylinder notwendig wird
Ein Schließzylinder wird notwendig, sobald Zutrittsschutz gefordert ist. Häusliche Arbeitszimmer, die steuerlich geltend gemacht werden, müssen laut Finanzverwaltung (BMF-Schreiben) abschließbar sein - ein Schieberiegel ohne Schlüssel erfüllt diese Anforderung nicht, da er von der Gegenseite ohne Hilfsmittel geöffnet werden kann. Ein Berliner Loft-Umbau in einem ehemaligen Fabrikgebäude zeigt die praxisnahe Lösung: Eine Stahlrahmen-Lofttür mit VSG-Glas (12 mm), Griffstange 1.200 mm bodenlang in RAL 9005, kombiniert mit einem Aufschraubschloss und Knaufzylinder - die Anforderung des Bauherrn war ein abschließbares Homeoffice-Zimmer, das Profil des Rahmens ließ kein Einsteckschloss zu.
Technisch stehen zwei Schlossvarianten zur Wahl: das Einsteckschloss (mortise lock) nach DIN 18251, das in die Schlosstasche des Stahlprofils eingelassen wird, und das Aufschraubschloss (rim lock), das auf der Profiloberfläche montiert wird. Welche Variante möglich ist, bestimmt allein die Profiltiefe - dazu mehr im Abschnitt zur Stahlrahmen-Montage.
Schallschutz als Sonderfall: Mehrpunktverriegelung
Wer hinter einer Lofttür ein Schlaf- oder Arbeitszimmer abtrennt und einen messbaren Schallschutzwert (Rw) anstrebt, kommt mit einem einzelnen Riegel oder Magnetverschluss nicht ans Ziel. Der Verschluss allein erzeugt keinen Schallschutzgewinn. Entscheidend ist der Anpressdruck, mit dem der Türflügel gegen ein umlaufendes Dichtungsprofil - etwa eine Schlauchdichtung am Falz - gedrückt wird. Eine Mehrpunktverriegelung mit zwei Riegelbolzen oben und unten sowie einem Hauptschloss mittig verteilt diesen Anpressdruck gleichmäßig über die gesamte Türhöhe.
Ein Homestudio-Projekt in Regensburg belegt den Unterschied in Zahlen: Eine Lofttür mit VSG-Glas, Mehrpunktverriegelung und Griffgarnitur mit Drücker und Knauf in RAL 7021 (Schwarzgrau) erreichte den geforderten Schallschutzwert von Rw 37 dB nur in Kombination mit dem umlaufenden Dichtungsprofil. Ohne Dichtung blieb der Rw-Wert trotz Mehrpunktverriegelung um 6-8 dB unter dem Zielwert. Verschluss und Dichtungssystem müssen deshalb von Beginn an gemeinsam konfiguriert werden - eine nachträgliche Ergänzung der Dichtung ist bei eingebautem Rahmen aufwendig und oft nicht mehr möglich.
Lofttür Griffvarianten im Überblick: Stange, Halbmond und Langschild
Griffstange (Langgriff): Maßstab und Raumhöhe
Griffstangen sind das am häufigsten gewählte Griffformat für Lofttüren im Industriedesign. Erhältlich in Längen von 300 mm bis bodenlang (1.000-2.000 mm), werden sie ausschließlich am Stahlrahmen befestigt, nicht am Glas. Jochen Schmitz, Innenarchitekt, beschreibt die Bedeutung des Griffes in der db Deutsche Bauzeitung (Ausgabe 03/2023) so:
Geprüft werden Eigenschaften wie die Festigkeit, die Verschlusssicherheit, die Dauerhaftigkeit und Korrosionsbeständigkeit.
Quelle: DIN-Normen
„Der Griff ist das Handschlag-Moment der Tür - er ist das erste, was der Nutzer berührt, und das letzte, was er beim Verlassen des Raumes in der Hand hält."
Jochen Schmitz, Innenarchitekt - db Deutsche Bauzeitung, Ausgabe 03/2023
Die Länge sollte sich an Tür- und Deckenhöhe orientieren. Bei Deckenhöhen über 3 m wirken Griffstangen unter 400 mm proportional verloren und unterbrechen die vertikale Linie des Rahmens. Griffstangen ab 600 mm setzen einen bewussten gestalterischen Akzent. Bodenlange Varianten (floor-to-ceiling pull) von 1.000-2.000 mm funktionieren vor allem bei Türhöhen ab 2.400 mm. Ein Düsseldorfer Innenarchitekturprojekt mit drei Lofttüren in einer Raumflucht zeigt die praktische Umsetzung: einheitliche Griffstangen 600 mm in RAL 9005, kein Schloss, Magnetriegel mit 8 kg Haltekraft - ein Kompromiss zwischen gestalterischer Ruhe und zuverlässigem Schließen ohne Klappern.
Befestigt werden Griffstangen über zwei oder mehr Gewindebohrungen im Stahlprofil. Der Achsabstand (Lochabstand) zwischen den Befestigungspunkten ist vor der Bestellung zwingend zu messen - Standardmaße sind 300 mm, 400 mm und 500 mm. Abweichende Achsmaße erfordern eine Sonderanfertigung oder einen Adapter. Griffstangen in Stahl pulverbeschichtet (300-600 mm) kosten 45-120 €; bodenlange Varianten liegen bei 120-280 €.
Halbmond-Griff: rahmengebunden, keine Glasbohrung
Der Halbmond-Griff - auch D-Griff oder Muschelgriff genannt - sitzt ausschließlich am Stahlrahmen und erfordert keine Durchgangsbohrung im Glas. Das ist bei Lofttüren mit Glaseinsatz ein konstruktiver Vorteil, der im Planungsalltag unterschätzt wird. Da Bohrungen in ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) nach dem Tempervorgang physikalisch nicht mehr möglich sind - ESG erreicht nach DIN EN 12150 eine Biegezugfestigkeit von mindestens 120 N/mm², jede nachträgliche Kerbe löst die innere Spannung schlagartig aus -, ist der rahmengebundene Halbmond-Griff die einzige Griffform, die sich auch nachträglich ohne Glasaustausch ergänzen lässt.
Ein Dachgeschossausbau in Wien zeigt die Bandbreite: Lofttür mit Eichenholz-Füllung statt Glas, Halbmond-Griff in Messing brüniert, kombiniert mit verdecktem Schieberiegel - ein Materialwechsel vom Industriestil zum Wohnstil bei gleichem Türrahmen-Konzept. Der Griff ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich: Stahl pulverbeschichtet schwarz (35-95 €), Edelstahl poliert oder gebürstet (60-150 €) und Messing brüniert (90-220 €).
Langschild-Garnitur: Drücker und Zylinder in einer Einheit
Die Langschild-Garnitur kombiniert Drücker, Rosette und Schließzylinder in einem durchgehenden Schild und reduziert die Anzahl sichtbarer Befestigungspunkte auf ein Minimum. Sandra Koch, Produktdesignerin bei Griffwerk GmbH, beschreibt den Vorteil im Produktkatalog 2024 präzise:
„Die Kombination aus Langschild und integriertem Zylinder ist bei Lofttüren im Industriedesign die gestalterisch konsequenteste Lösung - sie reduziert die Anzahl sichtbarer Befestigungspunkte auf ein Minimum."
Sandra Koch, Produktdesignerin, Griffwerk GmbH - Produktkatalog 2024
Gegenüber separat montierten Einzelkomponenten - Drücker, Rosette, Zylinderschutzrosette - wirkt die Langschild-Garnitur ruhiger. Bei Türen mit schmalem Stahlprofil ist sie oft die einzige Möglichkeit, alle Funktionen auf begrenztem Raum unterzubringen. Für Lofttüren als Raumteiler mit beidseitiger Nutzung ist das Durchgangslangschild die richtige Wahl: Es trägt auf beiden Seiten einen Drücker und ermöglicht das Öffnen von beiden Seiten ohne zweiten separat montierten Griff. Das Achsmaß zwischen Drücker und Zylinder ist genormt (PZ-Maß 72 mm), muss aber mit dem gewählten Schloss abgestimmt sein. Langschild-Garnituren im Designsegment, schwarz matt, kosten 180-420 € je nach Hersteller (z. B. Griffwerk, FSB, Hoppe).
Ergonomie und Gewicht: was bei schweren Flügeln gilt
Ein Griffdurchmesser von 30-40 mm liegt für Erwachsene ergonomisch deutlich komfortabler in der Hand als flache Blechgriffe mit unter 15 mm Stärke - besonders bei schweren Türflügeln, die einen gewissen Kraftaufwand zum Öffnen erfordern. Bei Lofttürflügeln über 80 kg Eigengewicht sollte der Griff selbst unter 800 g wiegen, um das Gesamtgewicht des Flügels nicht unnötig zu erhöhen und die Bänder nicht zusätzlich zu belasten. Stahl-Vollmaterial-Griffstangen in bodenlanger Ausführung können je nach Durchmesser und Länge 600-1.200 g wiegen. Ein Blick auf die Herstellerangaben vor der Bestellung ist bei Flügeln nahe der 80-kg-Grenze deshalb keine Formalität.

Lofttür Stahlrahmen und Montage: Was der Rahmen vorgibt
Achsabstand messen: Außenmaß ≠ Lochabstand
Der häufigste Planungsfehler bei der Griffbestellung ist die Verwechslung von Außenmaß (Gesamtlänge der Griffstange) und Achsmaß (Lochabstand zwischen den Befestigungsbohrungen). Eine Griffstange mit 600 mm Gesamtlänge hat je nach Hersteller ein Achsmaß von 300 mm, 400 mm oder 500 mm - diese drei Maße sind nicht untereinander kompatibel. Wer das falsche Achsmaß bestellt, erhält einen Griff, der sich nicht montieren lässt, weil die Bohrungen im Stahlrahmen nicht mit den Befestigungspunkten des Griffes übereinstimmen. Rückgabe, Neubestellung, Lieferverzögerung.
Messen Sie vor der Bestellung den Achsabstand Ihrer vorhandenen Bohrungen im Stahlrahmen mit einem Messschieber - von Bohrungsmitte zu Bohrungsmitte. Sind noch keine Bohrungen vorhanden (Neubestellung bei Manufaktur X), geben Sie das gewünschte Achsmaß schriftlich in der Konfiguration an, damit die Gewindebohrungen werksseitig korrekt eingebracht werden. Lofttüren von Manufaktur X haben eine Lieferzeit von 6 Wochen - Korrekturen an Bohrungspositionen nach Produktionsstart sind in dieser Zeit nicht mehr möglich.
Profiltiefe und Schlosstasche: was konstruktiv möglich ist
Ob ein Einsteckschloss (mortise lock) nach DIN 18251 in Ihren Stahlrahmen passt, hängt von einer einzigen Messung ab: der Profiltiefe an der geplanten Schlosstasche. Ein Einsteckschloss der Klasse 2-3 benötigt eine Frästiefe von mindestens 35-40 mm. Klasse 3 erfordert zudem eine Riegelausladung von mindestens 14 mm, was bei Profiltiefen unter 40 mm konstruktiv nicht realisierbar ist (DIN 18251-1, 2018). Dipl.-Ing. Markus Fehr, Metallbaumeister, weist im Metallbau-Magazin (02/2024) auf die systemische Konsequenz hin:
„Bei Stahl-Glas-Konstruktionen im Wohnbereich ist die Beschlagplanung kein Nachgedanke, sondern Teil der Statik: Jede Bohrung im Profil schwächt den Querschnitt - das muss der Konstrukteur von Anfang an einrechnen."
Dipl.-Ing. Markus Fehr, Metallbaumeister - Metallbau-Magazin, Ausgabe 02/2024
Ergibt die Messung eine Profiltiefe unter 35 mm, scheidet das Einsteckschloss aus. Die Alternative ist ein Aufschraubschloss (rim lock), das auf der Profiloberfläche montiert wird und keine Frästiefe benötigt. Es ist sichtbar, aber funktional gleichwertig - und bei schlanken Stahlprofilen im Loft- und Industriedesign eine gängige Lösung. Das Berliner Fabrikgebäude-Projekt (Profiltiefe: 28 mm) wurde auf diesem Weg abschließbar gemacht.
ESG und VSG: Bohrungen nur werksseitig
ESG nach DIN EN 12150 hat eine Biegezugfestigkeit von mindestens 120 N/mm² - gegenüber 45 N/mm² bei Floatglas. Diese hohe innere Spannung ist das Ergebnis des thermischen Vorspannprozesses (Tempern) und macht ESG widerstandsfähig gegen Stöße, aber empfindlich gegenüber Kerben und Bohrungen. Jede nachträgliche Bearbeitung löst die innere Spannung schlagartig aus und zerstört die Scheibe vollständig. Bohrungen für Griffe, Beschläge oder Befestigungen müssen deshalb vor dem Tempervorgang werksseitig eingebracht werden (DIN EN 12150, 2015).
Dieselbe Regel gilt für VSG (Verbund-Sicherheitsglas) nach DIN EN ISO 12543: Bei einer 2×4-mm-VSG-Konstruktion beträgt die Gesamtdicke 8,76 mm inklusive 0,76 mm PVB-Folie - auch hier sind Bohrungen vor der Lamination einzuplanen. Die praktische Konsequenz für die Griffmontage ist eindeutig: Alle Griffe an Lofttüren mit Glasfüllung müssen am Stahlrahmen befestigt werden, nicht am Glas. Wer bei Manufaktur X eine Lofttür mit Glasdurchgangsbohrungen für Griffe plant, gibt dies im 3D-Konfigurator an - die Bohrungen werden dann werksseitig vor dem Tempern eingebracht.
Gewindebohrungen und Schweißmuttern: Fertigungsplanung
Das Aufschrauben von Griffen, Riegeln oder Schildern auf Stahlprofile erfordert M5- oder M6-Gewindebohrungen im Profil oder eingeschweißte Schweißmuttern. Beide Varianten müssen in der Fertigungsphase eingeplant werden. Nachträgliches Gewindeschneiden in verschweißte Stahlrahmen ist handwerklich aufwendig, kann Schweißnähte beschädigen und kostet in der Regel mehr als die werksseitige Vorbereitung. Bei Manufaktur X werden Gewindepositionen und Achsmaße im Konfigurator festgelegt und vor der Produktion schriftlich bestätigt. Als Direkthersteller mit Fertigung in der EU entfällt dabei der Umweg über Zwischenhändler - Maßangaben und Beschlagpositionen fließen ohne Übersetzungsverlust direkt in die Produktion.
Wer eine bestehende Lofttür nachrüsten möchte, sollte die Wandstärke des Profils an der Montagestelle mit einem Messschieber prüfen. Bei Hohlprofilen unter 3 mm Wandstärke ist ein Gewinde nicht tragfähig genug für dauerhaft belastete Griffe - hier empfiehlt sich das Einschweißen einer Mutter durch einen Metallbauer (Kosten: ca. 30-60 € pro Montagepunkt, abhängig vom lokalen Stundensatz).
Bei meinen Loft-Projekten setze ich auf hochwertige Stahlgriffstangen, die das Industrial-Design perfekt unterstreichen. Die Länge bestimmt dabei maßgeblich die Wirkung - kurze Varianten für Akzente, bodenlange für maximale Eleganz und Funktionalität.
Lukas Brandt
Innenarchitekt mit Loft-Spezialisierung
Lofttür abschließbar nachrüsten: Was technisch möglich ist
Voraussetzungen prüfen: Profiltiefe und Schlossart
Eine Nachrüstung mit einem abschließbaren Schloss ist in vielen Fällen möglich, ohne die gesamte Lofttür austauschen zu müssen - vorausgesetzt, die Profiltiefe an der geplanten Schlosstasche beträgt mindestens 40 mm. Ist diese Voraussetzung erfüllt, kann ein Metallbauer die Schlosstasche nachträglich fräsen und ein Einsteckschloss einsetzen. Die Kosten liegen bei ca. 250-550 € gesamt, inklusive Material und Arbeitszeit (Metallbau-Stundensatz: 75-110 €/h, Arbeitszeit ca. 2-4 Stunden). Wer die Schlosstasche bereits in der Fertigungsphase einplant, spart diese Kosten vollständig.
Beträgt die Profiltiefe weniger als 35 mm, scheidet das Einsteckschloss aus. Die Entscheidungslogik lässt sich so zusammenfassen:
- Profiltiefe ≥ 40 mm: Einsteckschloss nach DIN 18251 möglich
- Profiltiefe 35-39 mm: Einsteckschloss nur mit Sonderlösung; Aufschraubschloss empfohlen
- Profiltiefe < 35 mm: ausschließlich Aufschraubschloss oder Magnetriegel
Das Kölner Gastronomieprojekt - Lofttür als Abtrennwand zum Lagerraum einer Weinbar - zeigt, wie ein eingelassenes Schloss in der Praxis aussieht: Einsteckschloss (mortise lock) im 50 mm tiefen Stahlprofil, Langschild in Edelstahl gebürstet als bewusste Abweichung vom Rahmen-Finish, abschließbar mit Schlüssel. Das 50-mm-Profil war hier die Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein eingelassenes Schloss möglich war.
Knaufzylinder nach DIN 18252: Kosten und Austauschlogik
Für Lofttüren im Wohnbereich ist der Knaufzylinder nach DIN 18252 die gebräuchlichste Zylindervariante: Er wird von einer Seite mit Schlüssel, von der anderen mit einem Knauf bedient - sinnvoll bei Zimmertüren, bei denen im Inneren kein Schlüssel benötigt wird. Austauschzylinder sind im Fachhandel für 25-120 € erhältlich, abhängig von Sicherheitsklasse und Hersteller (z. B. BKS, Wilka; Zylinderhersteller-Preislisten 2024). Bei Mieterwechsel oder Schlüsselverlust reicht der Tausch des Zylinders (Kosten ca. 30-60 €) - der gesamte Beschlag bleibt montiert.
Wer von Anfang an Flexibilität einplanen möchte, wählt ein Schloss mit Wechselzylinder-System: Der Zylinder lässt sich ohne Werkzeug tauschen, was besonders in Mietobjekten mit häufigem Nutzerwechsel Zeit und Kosten spart. Sicherheitsklasse 3 nach DIN 18251 (Wohnungseingangstür-Niveau, Riegelausladung mindestens 14 mm) ist für abschließbare Homeoffice-Zimmer oder Lagerräume in der Regel ausreichend.
Elektronische Schließzylinder: NFC und Bluetooth
Elektronische Schließzylinder von Herstellern wie Assa Abloy oder SimonsVoss lassen sich in bestehende DIN-Schlossaufnahmen einsetzen, sofern eine Normzylinder-Aufnahme vorhanden ist - ein mechanischer Umbau des Schlosses ist in diesem Fall nicht notwendig. Die Kosten liegen bei 280-650 € je nach System und Anbindung (NFC, Bluetooth, App-Steuerung). Laut Assa Abloy Geschäftsbericht 2023 erweitern führende Hersteller ihre Produktlinien zunehmend in Richtung Wohnbereich, sodass die Auswahl kompatibler Systeme wächst.
Gegenüber dem mechanischen Zylinder ermöglicht der elektronische Zylinder schlüssellosen Zutritt und protokollierte Öffnungen - relevant für Praxisräume oder Homeoffice-Bereiche mit mehreren Nutzern. Der Nachteil: Elektronische Zylinder benötigen Batterien mit einer typischen Laufzeit von 1-2 Jahren. Wer diese Abhängigkeit vermeiden möchte, wählt Systeme mit mechanischem Notöffnungs-Schlüssel als Fallback - bei Assa Abloy Aperio und SimonsVoss MobileKey ist diese Option serienmäßig vorhanden.
Magnetriegel als Kompromiss: Raumteiler ohne Schlüssel
Der Magnetriegel schließt lautlos ohne Schlüssel und hält den Türflügel zuverlässig in der geschlossenen Position, solange die Haltekraft auf das Flügelgewicht abgestimmt ist. Kein sichtbarer Mechanismus, kein Klappern, keine Schlüsselverwaltung. Für Raumteiler in offenen Grundrissen, bei denen Privatsphäre nicht im Vordergrund steht, ist das eine funktional klare Lösung. Das Münchner Altbausanierungsprojekt - zwei Lofttüren als Raumteiler zwischen Wohn- und Esszimmer, beidseitig bedienbar mit Durchgangsgriff - zeigt die Umsetzung in der Pr



