Maßmöbel Werkstatt-Notiz

Raumteiler dekorativ gestalten: Materialien, Stile und Proportionen

Manufaktur X Redaktion · 23. Juli 2026 · 14 Minuten Lesezeit · Werkstatt Regensburg
Raumteiler dekorativ gestalten: Materialien, Stile und Proportionen

Raumteiler dekorativ gestalten: Materialien, Stile und Proportionen

Ob ein Stahl-Glas-Raumteiler als architektonisches Gestaltungselement wirkt oder als nachträglicher Einbau auffällt, entscheidet sich an vier Variablen: Glasart, Profilstärke, Rastermaß und RAL-Farbe. Dieser Artikel zeigt, in welcher Reihenfolge Sie diese Entscheidungen treffen sollten - und welche Kombinationen in der Praxis funktionieren.


Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen unterteilt einen hellen Wohnbereich vom Flur. Die Konstruktion besteht aus drei Glasfeldern mit horizontalen Sprossen sowie einem durchgehenden Oberlicht. Es sind weder Grif
Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen unterteilt einen hellen Wohnbereich vom Flur. Die Konstruktion besteht aus drei Glasfeldern mit horizontalen Sprossen sowie einem durchgehenden Oberlicht. Es sind weder Griffe noch Scharniere sichtbar, die Wand ist nicht zu öffnen. Dahinter sind ein Sofa, ein Couchtisch und große Altbaufenster zu erkennen.

Warum ein Stahl-Glas-Raumteiler mehr ist als eine Trennwand

Der Raumteiler als architektonisches Element

Ein Stahl-Glas-Raumteiler übernimmt im Raum eine doppelte Rolle: Er trennt Bereiche und gliedert gleichzeitig den Grundriss - ähnlich einer Innenwand, die Licht durchlässt. Ob er dabei den Raum dominiert oder sich in ihn einfügt, ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Proportion. Breite Profile ab 60 mm machen die Konstruktion selbst zum Gestaltungselement. Schmale Profile zwischen 20 und 30 mm lassen das Glas in den Vordergrund treten.

„Der Raumteiler ist das ehrlichste Möbelstück: Er zeigt, ob jemand wirklich verstanden hat, wie Raum funktioniert - oder ob er nur eine Trennwand ohne Idee aufgestellt hat."
Innenarchitektin Judith Beneke, AIT Architektur Innenarchitektur Technischer Ausbau, 4/2024

Beide Ansätze können gestalterisch richtig sein - aber nur, wenn die Entscheidung bewusst und im Raumkontext getroffen wird. Dekorative Gestaltung bedeutet hier nicht Verzierung, sondern Abstimmung: Der Raumteiler muss auf Bodenbelag, Deckenhöhe und vorhandene Möbel reagieren. Ein schwarzer Stahlrahmen in RAL 9005 vor einer Gründerzeitstuckdecke erzeugt einen produktiven Stilbruch - wie in der Altbauwohnung Leipzig (Baujahr 1910, 3,40 m Raumhöhe, Rastermaß 40 × 80 cm), wo genau dieser Kontrast bewusst eingesetzt wurde. Derselbe Rahmen in einem Neubau mit Sichtbeton und Estrich verstärkt die minimalistische Linie. Das Ergebnis ist in beiden Fällen kein Zufall, sondern das Resultat einer Planungsreihenfolge, die mit der Glasauswahl beginnt und mit der RAL-Farbe endet.

Was Baukastensysteme nicht leisten können

Handelsübliche Regalsysteme - etwa IKEA BOAXEL in der Preisspanne von 200 bis 400 € - erfüllen eine Ordnungsfunktion, keine gestalterische. Sie bieten keine individuellen Maße, keine Glasauswahl und keine RAL-Pulverbeschichtung. Das Rastermaß ist vorgegeben. Die Materialsprache beschränkt sich auf Metall und Spanplatte. Eine Abstimmung auf den konkreten Grundriss ist nicht vorgesehen. Der Preisunterschied zu einem maßgefertigten Stahl-Glas-Raumteiler - bei Manufaktur X ab 945 € - erklärt sich nicht aus einem Markenaufschlag, sondern aus Maßgenauigkeit auf den Millimeter, Glasqualität nach DIN-Norm und EU-Fertigung. Laut Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM Jahresbericht 2023) wächst das Segment individuell konfigurierter Wohntrennelemente seit 2021 jährlich um 8 bis 12 %.

Vier Stilrichtungen als Orientierung

Dieser Artikel behandelt vier Stilrichtungen, die sich in der Praxis als tragfähige Orientierung erwiesen haben: Industriell, Japandi, Klassisch-Modern und Loft-Minimal. Jede Richtung verlangt eine andere Kombination aus Profilstärke, Glasart und Farbe. Und jede funktioniert nur dann, wenn alle Gestaltungsvariablen in dieselbe Richtung weisen. Themen wie Schallschutz oder Montage werden hier bewusst ausgeklammert; der Fokus liegt ausschließlich auf der dekorativen Wirkung.


Glasart als stärkste Einzelentscheidung beim Raumteiler dekorativ gestalten

Fünf Glasarten im Vergleich

Die Wahl der Glasart ist die folgenreichste Einzelentscheidung beim Raumteiler dekorativ gestalten, weil sie bestimmt, wie viel Raumtiefe nach der Montage sichtbar bleibt. Klarglas nach DIN EN 12150 lässt den Blick ungehindert durch und eignet sich überall dort, wo der Raumteiler trennen, aber nicht verbergen soll. Milchglas (Satinato) streut das Licht und erzeugt Sichtschutz ohne vollständige Abschirmung - es reduziert die Lichttransmission jedoch spürbar und ist in nordseitigen Räumen mit Bedacht einzusetzen. Riffelglas (Strukturglas) - in Mustern wie Chinchilla, Mastercarré oder Delta erhältlich - bietet bei Bewegung hinter der Scheibe ähnlichen Sichtschutz wie Satinato, lässt aber laut Pilkington Technical Data (2023) ca. 15 bis 20 % mehr Licht durch. VSG-Verbundglas (Verbund-Sicherheitsglas) nach DIN EN ISO 12543 hält bei Bruch durch die Zwischenfolie zusammen; die Mindestdicke für Raumteiler-Anwendungen beträgt 6 mm (2 × 3 mm Float mit Folie), ab einer Höhe von 2,00 m werden 8 mm empfohlen. Spiegelglas ist eine Sonderkategorie: Es verändert nicht nur die Transparenz, sondern die wahrgenommene Raumgeometrie selbst.

Raumteiler Spiegel: optische Raumvergrößerung gezielt einsetzen

Spiegelglas in einem Stahlrahmen verdoppelt optisch die sichtbare Raumtiefe. In schmalen Grundrissen ist dieser Effekt mit anderen Mitteln nicht erreichbar. In einer Maisonette-Wohnung in Hamburg mit einem 1,8 m breiten Flur wirkte ein Spiegelglas-Raumteiler in RAL 9006 (Weißaluminium) und 2,60 m Höhe so, dass der Flur über 3 m tief erschien statt 1,8 m. Laut Architonic Trend Report 2024 gewinnen Spiegelglas-Anwendungen in Wohnräumen an Bedeutung, da die durchschnittliche Wohnungsgröße in deutschen Großstädten - München 76 m², Berlin 72 m² (Destatis 2023) - den Bedarf nach optischen Raumvergrößerungslösungen erhöht.

„Spiegelglas in schmalen Grundrissen ist kein Trick, sondern Handwerk: Es funktioniert nur, wenn die Reflexion geplant ist - also wenn klar ist, was der Spiegel zeigen soll."
Lichtplaner Stefan Reuß, Vortrag auf der Light + Building Frankfurt, März 2024

Entscheidend für den Erfolg ist die Positionsplanung. Die reflektierende Seite gehört in Richtung des Bereichs, der optisch vergrößert werden soll. Zeigt sie auf einen Durchgangsbereich, entsteht Blendgefahr; zeigt sie auf eine unaufgeräumte Ecke oder eine unattraktive Wand, verstärkt der Spiegel genau das, was man verbergen wollte. Im Loft-Umbau Berlin-Mitte wurden Spiegelglas-Felder nur im unteren Drittel des Raumteilers eingesetzt - mit Profil in RAL 7021 (Schwarzgrau) und 50 mm Profilbreite. Die Spiegelfelder reflektieren den Betonboden und erzeugen den Eindruck eines größeren Grundrisses, während Klarglas im oberen Bereich die Raumhöhe offen lässt.

Zonenweise Glaskombination: Funktion und Dekoration in einem Bauteil

Ein einzelner Raumteiler kann verschiedene Glasarten in unterschiedlichen Bereichen kombinieren - und damit sowohl funktionale als auch gestalterische Anforderungen in einem Bauteil lösen. Milchglas im unteren Bereich schützt die Sicht auf Sitzmöbel oder Arbeitsflächen. Klarglas im oberen Bereich lässt Licht in beide Raumhälften. Diese Hierarchie ist nicht nur praktisch, sondern erzeugt auch optisch eine klare Struktur innerhalb des Raumteilers. Im Neubau-Penthouse München (2023) wurden einzelne Felder mit geriffeltem Glas im Chinchilla-Muster für Sichtschutz zur Küchenzeile gefüllt, die übrigen mit Klarglas - das Profil in RAL 9001 (Cremeweiß) passend zur Küchenfront. Das Ergebnis ist ein Raumteiler, der seine Funktion zeigt, ohne sie zu verstecken. Verschiedene Glaskombinationen lassen sich im 3D-Konfigurator von Manufaktur X in Echtzeit abbilden und vergleichen.

Planungsregel und häufige Fehler

Glasart vor Stahlfarbe festlegen - diese Reihenfolge ist nicht beliebig. Die Transparenz des Glases bestimmt, wie viel Raumtiefe nach der Montage sichtbar bleibt. Erst wenn das geklärt ist, ergibt die Wahl der RAL-Farbe für das Stahlprofil einen gestalterischen Sinn. Wer diesen Schritt überspringt und zuerst die Farbe wählt, riskiert, dass Profil und Glas gegeneinander arbeiten statt miteinander. Ein weiterer verbreiteter Fehler: Milchglas in nordseitigen Räumen einsetzen, weil es auf Referenzfotos aus hellen Showrooms attraktiv wirkt. In einem Raum mit wenig Tageslicht kann Satinato-Glas die Helligkeit dauerhaft und spürbar reduzieren. Die Lichtplanung gehört deshalb vor die Glasauswahl, nicht danach.


Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern unterteilt einen hellen Wohnraum. Die Konstruktion erstreckt sich über die gesamte Raumbreite und reicht bis zur Decke. In der Mitte befindet sich e
Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern unterteilt einen hellen Wohnraum. Die Konstruktion erstreckt sich über die gesamte Raumbreite und reicht bis zur Decke. In der Mitte befindet sich eine offene Durchgangsöffnung ohne Türblatt, Griff oder Scharniere. Durch die Glasfelder ist ein skandinavisch eingerichtetes Wohnzimmer mit Holzdielen, Sofa und Zimmerpflanze sichtbar.

Profilstärke, Rastermaß und RAL-Farbe: die drei Proportionsvariablen

Profilstärke als gestalterisches Gewicht

„Die Profilstärke ist das typografische Gewicht des Raumteilers: Ein 80-mm-Profil ist Fettdruck, ein 20-mm-Profil ist Kursiv. Beides kann richtig sein - aber nie gleichzeitig im selben Raum."
Architekt Florian Haas, Haas Architekten München, DETAIL Magazin, 2/2024

Profile zwischen 20 und 30 mm lassen den Stahlrahmen optisch zurücktreten und rücken das Glas in den Vordergrund - eine Wirkung, die in Räumen mit viel Tageslicht besonders deutlich wird. Profile ab 60 mm machen die Konstruktion selbst zum Gestaltungselement; sie verlangen eine Deckenhöhe von mindestens 3,00 m, damit sie nicht erdrückend wirken. Im Büroumbau Regensburg wurde ein Raumteiler mit Profil in RAL 7016 (Anthrazitgrau) und einer Höhe von 2,20 m - bewusst unter Decke - eingesetzt: Das Profil mit 40 mm Breite hält die Balance zwischen Eigengewicht und Filigranität bei Standardraumhöhe. Für Deckenhöhen zwischen 2,60 m und 3,00 m sind 40 bis 50 mm Profile proportional ausgewogen. Schmal genug für Eleganz, stark genug für einen eigenständigen Auftritt.

Rastermaß aus dem Bodenbelag ableiten

Das Rastermaß - also das Verhältnis von Feldbreite zu Feldhöhe - beeinflusst die Raumwahrnehmung stärker, als es auf den ersten Blick scheint. Ein quadratisches Raster von 60 × 60 cm in einem Raum mit 2,40 m Deckenhöhe wirkt gedrungen; hochrechteckige Felder von 40 × 80 cm strecken dieselbe Raumhöhe optisch. Wer das Rastermaß am vorhandenen Bodenbelag ausrichtet - 60 × 60 cm Fliesen aufnehmen oder auf 30 × 60 cm halbieren -, erzeugt eine visuelle Kohärenz zwischen Boden und Raumteiler, die ohne aufwendige Planung professionell wirkt. Im Einfamilienhaus Nürnberg wurde das Rastermaß direkt am Eichenparkett ausgerichtet; das Stahlprofil in RAL 8028 (Terrabraun) verbindet Holz und dunklen Fliesenboden als Bindeglied. Diese Abstimmung ist nachträglich nicht korrigierbar. Das Rastermaß sollte deshalb vor der Auftragserteilung im 3D-Konfigurator geprüft werden.

RAL-Farbe: mehr als 200 Töne, aber drei Entscheidungsregeln

Über 200 RAL-Farbtöne ermöglichen eine präzise Abstimmung auf Wandfarbe, Bodenbelag oder Möbelfront. Treffsicher ist die Auswahl aber nur, wenn sie unter realen Lichtbedingungen getroffen wird. RAL-Farbkarten unter Kunstlicht wirken anders als unter Tageslicht; RAL 9005 (Tiefschwarz) wirkt im hellen Südraum dramatisch-elegant, im Nordraum mit wenig Tageslicht erdrückend. Drei Regeln haben sich in der Praxis bewährt: Erstens, Musterfelder der zwei engsten Farbtöne anfordern und 24 Stunden an die geplante Wand halten - Lichtbedingungen ändern sich im Tagesverlauf erheblich. Zweitens, die Farbe des Stahlprofils mit sichtbaren Metalloberflächen im Raum abstimmen: Türgriffe, Heizkörper, Armaturen. Drittens, RAL-Töne nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit der gewählten Glasart beurteilen: Ein dunkles Profil vor Klarglas wirkt anders als dasselbe Profil vor Milchglas. Die RAL-Pulverbeschichtung nach DIN 55633 erreicht Schichtdicken von 60 bis 100 µm und ist gegenüber Nasslackierung deutlich widerstandsfähiger gegen Kratzer und Reinigungsmittel; laut Fraunhofer IPA (Oberflächentechnik, 2022) beträgt die Lebensdauer unter Wohnbedingungen über 20 Jahre ohne Nachbehandlung.

In der Praxis bewährt haben sich RAL 7016 (Anthrazitgrau) als Kontrast zu hellen Wänden und Holzböden, RAL 9001 (Cremeweiß) als harmonische Ergänzung zu weißen Wänden und hellen Hölzern sowie RAL 6005 (Moosgrün) als gestalterischer Akzent in Räumen mit Naturmaterialien.

Asymmetrisches Raster als bewusstes Designmerkmal

Statt gleichmäßiger Felder können unterschiedlich große Glasflächen innerhalb eines Rahmens ein grafisches Muster erzeugen - ein Gestaltungsprinzip, das an Mondrian-Kompositionen erinnert und im Maßbau individuell konfigurierbar ist. Dieser Ansatz setzt voraus, dass alle anderen Gestaltungsvariablen zurücktreten. Ein asymmetrisches Raster verträgt weder Holzeinlagen noch farbige Profile noch LED-Beleuchtung, ohne in visuelle Unruhe zu kippen. Im Neubau-Penthouse München wurde dieses Prinzip konsequent umgesetzt: asymmetrisches Raster als einziges dekoratives Merkmal, Profilfarbe RAL 9001, Glasarten auf Klarglas und Chinchilla-Riffelglas beschränkt. Der Raumteiler wirkt durch Reduktion - nicht durch Addition.


Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern teilt einen hellen Wohnraum von einem Arbeitszimmer ab. Die Wand verfügt über eine breite Durchgangsöffnung in der Mitte, ohne Türblatt, Griff oder Scharniere. Durch die Glasfelder ist
Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern teilt einen hellen Wohnraum von einem Arbeitszimmer ab. Die Wand verfügt über eine breite Durchgangsöffnung in der Mitte, ohne Türblatt, Griff oder Scharniere. Durch die Glasfelder ist ein Schreibtisch mit Stuhl im dahinterliegenden Büro sichtbar. Der Boden ist mit hellem Eichenparkett ausgelegt, rechts steht ein graues Sofa mit Couchtisch.

Vier Stilrichtungen für den Stahl-Glas-Raumteiler dekorativ im Überblick

Industriell: schwarzes Profil, Klarglas, sichtbare Konstruktion

Der Industrialstil lebt vom Kontrast: schwarzes Stahlprofil in RAL 9005 (Tiefschwarz), Klarglas, bewusst sichtbare Konstruktion. In Gründerzeitalbauten mit hohen Räumen und Stuckdecken erzeugt dieser Kontrast zwischen historischer Substanz und zeitgenössischem Werkstoff eine gestalterische Spannung, die keine Verkleidung braucht. In der Altbauwohnung Leipzig, Baujahr 1910, trennt ein Raumteiler mit genau dieser Konfiguration - RAL 9005, Klarglas, Rastermaß 40 × 80 cm, Raumhöhe 3,40 m - Wohn- und Arbeitsbereich. Der schwarze Stahlrahmen vor dem weißen Stuck ist kein Widerspruch, sondern ein bewusst gesetzter Stilbruch. Entscheidend: Der Stil muss konsequent durchgehalten werden. Ein schwarzes Profil vor pastellfarbenen Wänden ohne weitere industrielle Elemente im Raum wirkt deplatziert statt mutig. Ob der Raumteiler auch als raumgliedernde Lofttür mit Durchgang geplant werden soll, lässt sich bereits in der Konfigurationsphase entscheiden.

Japandi: schmale Profile, diffuses Licht, helle Töne

Japandi - die Verbindung japanischer und skandinavischer Designprinzipien - übersetzt sich beim Stahl-Glas-Raumteiler in schmale Profile zwischen 20 und 30 mm, Milch- oder Mattglas und helle RAL-Töne wie RAL 9001 oder RAL 9003. Das Ergebnis ist eine ruhige Materialsprache, die den Raumteiler in den Hintergrund rückt und die Raumgestaltung insgesamt betont. Laut SCHÖNER WOHNEN (1/2025) hält der Japandi-Trend weiter an und begünstigt helle Stahlprofile mit Milch- oder Mattglas gegenüber industriellen Schwarzprofilen. Für diese Stilrichtung gilt besonders: Milchglas nur in Räumen mit ausreichend Tageslicht einsetzen, da Satinato-Glas gegenüber Klarglas die Lichttransmission spürbar reduziert. In einem nordseitigen Raum kann das die Stilwirkung in ihr Gegenteil verkehren.

Klassisch-Modern und Loft-Minimal

Klassisch-Modern arbeitet mit symmetrischen Sprosse-Anordnungen, bronzierten oder warmgrauen Profilen und einer Formensprache, die auf Altbauten mit Holzdielen und Stuckdecken reagiert. Die Symmetrie des Rasters nimmt die Ordnung der historischen Architektur auf, ohne sie zu imitieren. Im Wiener Showroom-Projekt wurden mehrere Raumteiler-Elemente in unterschiedlichen Höhen - 1,80 m, 2,20 m und 2,60 m - mit durchgehend RAL 7021 und wechselnden Glasarten (Klarglas, Satinato, Riffelglas) als modulare Ausstellungszonierung eingesetzt. Eine direkte Demonstration, wie die Glaswahl innerhalb derselben Profilfarbe die Wirkung eines Raumteilers grundlegend verändert.

Loft-Minimal geht den entgegengesetzten Weg: rahmenlose VSG-Paneele mit Punkthaltern (point fixings), minimale Sichtbarkeit der Konstruktion, maximale Transparenz. Diese Variante ist die konsequente Wahl für Neubauten mit Sichtbeton und Estrich, wo jedes sichtbare Verbindungselement eine gestalterische Aussage trifft. Beide Richtungen verlangen, dass alle anderen Raumelemente dieselbe Formensprache sprechen - ein Loft-Minimal-Raumteiler in einem Raum mit gemischten Möbelstilen verliert seine Wirkung vollständig.

Hybridansatz: Massivholz-Einlagen in einzelnen Feldern

Einzelne Felder eines Stahl-Glas-Raumteilers mit Massivholz - Eiche, Buche oder Esche - zu füllen, bricht die Kälte des Metalls, ohne den architektonischen Charakter der Konstruktion aufzugeben. Die Dosierungsregel ist dabei entscheidend: maximal 20 bis 30 % der Gesamtfläche als Holzfeld gestalten. Mehr Holz lässt den Raumteiler wie ein Regal wirken und schwächt den Stahl-Glas-Charakter. Im Einfamilienhaus Nürnberg wurden zwei von sechs Feldern mit Eichenholz gefüllt; das Stahlprofil in RAL 8028 (Terrabraun) dient als Bindeglied zwischen dem Eichenparkett und dem dunklen Fliesenboden. Der Aufpreis für Massivholz-Einlagen liegt typischerweise bei 80 bis 150 € pro Feld gegenüber Klarglas, abhängig von Feldgröße und Holzart.


Beleuchtung und Spiegelglas: erweiterte Gestaltungsoptionen

LED-Integration in Hohlprofilen

LED-Streifen in Hohlprofilen verwandeln den Raumteiler abends in ein Lichtobjekt - ein Effekt, der mit Baukastenprodukten technisch nicht umsetzbar ist, weil deren Profile keine ausreichenden Hohlräume für Kabelführung und Leuchtmittel bieten. Der Aufpreis liegt bei ca. 120 bis 200 € je laufenden Meter Profil, abhängig von Leuchtmittel und Steuerungsart (Dimmer, Farbtemperaturwechsel). Die entscheidende Planungsregel: Leerrohre müssen vor der Montage des Stahlrahmens verlegt werden. Bei festmontierten Profilen ist eine nachträgliche Kabelführung kaum möglich. Wer Beleuchtung plant, sollte dies bereits bei der Konfiguration im 3D-Konfigurator festlegen und den Elektriker vor der Rahmenmontage einbinden.

Raumteiler Spiegel: Positionsplanung vor der Montage

Die reflektierende Seite des Spiegelglases gehört in Richtung des Bereichs, der optisch vergrößert werden soll - nicht zum Durchgangsbereich, wo Blendgefahr entsteht. Im Loft-Umbau Berlin-Mitte wurden Spiegelglas-Felder im unteren Drittel des Raumteilers eingesetzt, mit Profil in RAL 7021 (Schwarzgrau) und 50 mm Profilbreite. Die Spiegelfelder reflektieren den Betonboden und erzeugen den Eindruck eines größeren Grundrisses, während Klarglas im oberen Bereich die volle Raumhöhe sichtbar lässt. Spiegelglas in VSG-Qualität ist in der Herstellung aufwendiger als Klarglas und schlägt mit ca. 15 bis 25 % Aufpreis auf den Glasanteil der Gesamtkalkulation zu Buche. Bei einem Raumteiler ab 945 € ist dieser Mehrpreis konkret kalkulierbar, bevor die Bestellung ausgelöst wird.

Riffelglas unter Deckenspots

Riffelglas bricht Licht und erzeugt tagsüber Sichtschutz bei gleichzeitig höherer Lichttransmission als Satinato-Glas - laut Pilkington Technical Data (2023) ca. 15 bis 20 % mehr Lichtdurchlass. Abends, wenn Deckenspots gezielt auf Riffelglas-Paneele treffen, entsteht ein dekoratives Lichtmuster. Kein zusätzliches Budget erforderlich - allein die Glaswahl erzeugt diesen Effekt. Das Muster - Chinchilla, Mastercarré oder Delta - beeinflusst, wie stark die Lichtbrechung ausfällt und welches Streubild an Wänden und Decke entsteht. Wer diesen Effekt plant, sollte die Spotposition vor der Raumteilermontage festlegen, damit Lichtquelle und Glasmuster aufeinander abgestimmt sind.


Raumteiler - 3D-konfigurator, Manufaktur X
Raumteiler
Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern trennt den Wohnbereich von Küche und Essbereich. Die Konstruktion besteht aus einem schwarzen Stahlrahmen mit rechteckigen Glasfeldern und hat eine großzügige Durchgangsöffnung ohne Tü
Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern trennt den Wohnbereich von Küche und Essbereich. Die Konstruktion besteht aus einem schwarzen Stahlrahmen mit rechteckigen Glasfeldern und hat eine großzügige Durchgangsöffnung ohne Türblatt. Der Wohnraum ist in einem skandinavischen Stil gehalten mit hellem Holzboden und neutralen Tönen. Kein Griff und keine Scharniere sind sichtbar.

Kostenfaktoren: Was ein dekorativer Raumteiler tatsächlich kostet

Einstiegspreis und Aufpreisstruktur

Manufaktur X fertigt Stahl-Glas-Raumteiler ab 945 € - abhängig von Breite, Höhe und Glasart. Der Festpreis schließt diese Leistungen ohne Aufpreis ein. Die Aufpreisstruktur für dekorative Optionen ist transparent kalkulierbar:

  • Spiegelglas (VSG-Qualität): ca. 15-25 % Aufpreis auf den Glasanteil
  • Riffelglas / Strukturglas: ca. 10-18 % Aufpreis, je nach Muster und Verfügbarkeit in der gewünschten Stärke
  • Massivholz-Einlagen (Eiche, Buche, Esche): 80-150 € pro Feld gegenüber Klarglas
  • LED-Integration in Hohlprofilen: ca. 120-200 € je laufenden Meter Profil

Diese Aufpreise sind im 3D-Konfigurator direkt einsehbar - der Festpreis wird in Echtzeit berechnet, ohne Nachverhandlung nach der Bestellung. Laut einer Studie des IFH Köln (2024) recherchieren 74 % der designaffinen Möbelkäufer im Preissegment ab 1.000 € ausschließlich online, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen; interaktive 3D-Konfiguratoren werden dabei als entscheidungsrelevant eingestuft.

Was der Festpreis einschließt

Im Festpreis von Manufaktur X ist eine hochwertige Verarbeitung und langlebige Qualität bereits inklusive - ohne Aufpreis. Die RAL-Pulverbeschichtung nach DIN 55633 erreicht Schichtdicken von 60 bis 100 µm und ist gegenüber einer Nasslackierung deutlich widerstandsfähiger gegen Kratzer und Reinigungsmittel.

Manufaktur X - maßgefertigte Möbel aus Stahl, Glas und Massivholz im 3D-Konfigurator

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