Maßmöbel Werkstatt-Notiz

Raumteiler ohne Bohren: Stahl-Glas-Systeme im Überblick

Manufaktur X Redaktion · 22. Juli 2026 · 14 Minuten Lesezeit · Werkstatt Regensburg
Raumteiler ohne Bohren: Stahl-Glas-Systeme im Überblick

Raumteiler ohne Bohren: Stahl-Glas-Systeme im Überblick

Wer einen Stahl-Glas-Raumteiler plant, steht vor drei Entscheidungen gleichzeitig: Was erlaubt das Mietrecht, was trägt der Untergrund, und welches Klemmsystem hält das Glasgewicht dauerhaft sicher? Dieser Ratgeber beantwortet alle drei Fragen auf Basis technischer Kennwerte - damit Sie vor der Konfiguration wissen, welches System zu Ihrem Boden, Ihrer Deckenkonstruktion und Ihrem Raummaß passt.


Eine fest installierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt einen Wohnbereich von einem dahinterliegenden Arbeits- oder Werkstattraum. Die Konstruktion umfasst vier nebeneinanderliegende Felder ohne
Eine fest installierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt einen Wohnbereich von einem dahinterliegenden Arbeits- oder Werkstattraum. Die Konstruktion umfasst vier nebeneinanderliegende Felder ohne sichtbare Griffe oder Scharniere. Im Vordergrund sind ein Sofa, ein Holz-Couchtisch auf einem Teppich sowie ein Esstisch mit Lederstühlen zu sehen. Das Ambiente ist industriell geprägt mit Sichtbackstein, Betonboden und verputzten Wänden.

Bohrfrei oder fest installiert: Was darf ich in der Mietwohnung?

Mietrecht und bauliche Veränderungen

Bauliche Veränderungen, die in die Gebäudesubstanz eingreifen, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Vermieters. Dübellöcher in Wänden, Decken oder Böden fallen eindeutig in diese Kategorie. Ein bohrfreier Raumteiler erzeugt dagegen keine Substanzveränderung am Gebäude: Klemmsysteme, die auf Reibungskraft zwischen Boden und Decke beruhen, oder freistehende Konstruktionen mit Eigengewichtsstabilisierung hinterlassen keinerlei Spuren. Sie gelten mietrechtlich als Einrichtungsgegenstände, nicht als Einbauten.

Das betrifft einen strukturell großen Personenkreis: 57 % der deutschen Haushalte leben zur Miete (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2023) - die höchste Mieterquote in der EU nach der Schweiz. Für diese Haushalte ist ein bohrfreies System der Unterschied zwischen einer Lösung, die sofort umsetzbar ist, und einer, die vom Wohlwollen des Vermieters abhängt.

In denkmalgeschützten Objekten mit besonders strengen Auflagen empfiehlt sich eine kurze schriftliche Rückfrage beim Vermieter, auch wenn sie rechtlich nicht erforderlich ist. Das schafft Klarheit für beide Seiten und dokumentiert, dass keine substanzverändernden Maßnahmen geplant sind.

Rückbau bei Mietende: Zeit- und Kostenvergleich

Eine festinstallierte Glastrennwand, die mit Dübeln in Wand oder Decke verankert ist, verursacht bei Mietende Rückbaukosten von 300-800 €: Handwerkerstunden für die Demontage, Spachtelarbeiten an den Bohrlöchern, Malerarbeiten an Wand und Decke. Ein bohrfreier Stahlrahmen-Raumteiler lässt sich dagegen in 30-60 Minuten durch zwei Personen demontieren - ohne Werkzeug, ohne Folgeschäden, ohne Handwerkerrechnung. Das Möbelstück bleibt vollständig erhalten und kann am neuen Standort wieder aufgebaut werden, sofern die Raumhöhe innerhalb der konfigurierten Toleranz liegt.

Ein konkretes Beispiel: In einer Altbauwohnung in Berlin-Prenzlauer Berg mit 4,2 m Deckenhöhe wurde ein Stahlrahmen-Raumteiler mit VSG-Glas (10/10 mm) und Boden-Decke-Klemmung auf Betondecke montiert - Breite 2.800 mm, vollständig bohrfrei. Der Mieter konnte bei Auszug rückstandsfrei demontieren, ohne Handwerker und ohne Folgekosten.

Denkmalschutz und Sonderfälle

Selbst Eigentümer in denkmalgeschützten Objekten sind auf bohrfreie Lösungen angewiesen, wenn Wanddurchdringungen behördlich untersagt sind. In einer denkmalgeschützten Gründerzeitvilla in München wurde ein Raumteiler mit Klemmfuß-System realisiert, bei dem eine Stuckkante an der Decke durch individuell gefräste Ausgleichsprofile überbrückt wurde - die Maßanfertigung auf exakt 2.740 mm Höhe war die einzige Option, die weder die historische Substanz noch die Auflagen der Denkmalschutzbehörde verletzte. Standardmaße hätten hier schlicht nicht gepasst.

Wirtschaftlicher Vorteil der Reversibilität

Eine festinstallierte Glastrennwand ist nach dem Einbau ortsfest - und damit für einen anderen Standort wertlos. Der bohrfreie Maßrahmen hingegen ist ein transportables Möbelstück: mitnehmbar beim Umzug, einsetzbar in einem anderen Raum, bei Bedarf weiterverkaufbar. In einem Ferienhaus in Österreich wurde ein Raumteiler mit Schnellverschluss-Spindeln realisiert, der saisonal auf- und abgebaut wird. Demontage durch zwei Personen in unter 30 Minuten, ohne Werkzeug. Dieser wirtschaftliche Vorteil wird bei der Gesamtkostenbewertung gegenüber festinstallierten Glastrennwänden regelmäßig unterschätzt.


Klemmsystem oder Eigengewicht: Welche Konstruktion trägt Ihr Glas sicher?

Boden-Decke-Klemmung via Gewindespindel

Das Funktionsprinzip einer Boden-Decke-Klemmung ist mechanisch präzise: Eine Gewindespindel in der Fußplatte des Stahlrahmens wird gegen den Boden und - über ein Gegenstück am Kopf des Rahmens - gegen die Decke gespannt. Die dabei entstehende Reibungskraft hält den Rahmen in Position, ohne dass ein einziger Dübel gesetzt wird. Präzisionsgefertigte Fußplatten mit Gewindespindeln sind bei Raumhöhen bis 3.500 mm realisierbar und erzeugen bei korrekter Montage eine Klemmkraft, die für Stahlrahmen mit Glasfüllung von 180-220 kg ausreichend ist. Das System setzt jedoch einen massiven Untergrund voraus: Stahlbeton, Vollziegel oder massive Holzbalken.

„Bohrfreie Befestigungssysteme sind kein Kompromiss - sie sind für viele Altbausituationen die statisch sinnvollere Lösung, weil sie keine Schwächung der Deckenkonstruktion durch Dübellöcher verursachen."

Dipl.-Ing. Markus Frei, Innenarchitekt, Architektenkammer Bayern, Fachtagung Innenausbau 2023

Kritische Warnung: Trockenbaudecken

Boden-Decke-Systeme drücken mit mehreren hundert Newton gegen die Decke. Rigips-Trockenbauplatten sind für diese Klemmlasten nicht ausgelegt: Die Platten können sich verformen, im schlimmsten Fall durchdrücken - und verlieren dabei ihre Klemmfläche vollständig.

„Klemmsysteme für Boden-Decke-Montage sind nur auf massiven Untergründen (Stahlbeton, Vollziegel, Massivholzbalken) zuverlässig. Auf Trockenbauelementen oder Hohlkörperdecken verlieren sie ihre Klemmwirkung unter dynamischer Last."

ift Rosenheim, Merkblatt Glaskonstruktionen im Innenausbau, Ausgabe 2021

Wer ein Boden-Decke-System an einer Rigipsdecke montiert, riskiert nicht nur die Stabilität des Raumteilers. Schäden an der Deckenkonstruktion können entstehen, deren Beseitigung den Wert des Raumteilers weit übersteigt.

Eigengewichtsstabilisierung als Alternative

Wo eine Boden-Decke-Klemmung nicht möglich ist - bei Rigipsdecken, Holzbalkendecken mit unzureichender Tragfähigkeit oder Böden mit Fußbodenheizung -, ist die Eigengewichtsstabilisierung die technisch korrekte Lösung. Ab einem Eigengewicht von ca. 120 kg und einer Fußplatten-Tiefe von mindestens 600 mm steht ein freistehender Stahlrahmen-Raumteiler standsicher. In einem Loft-Büro in Hamburg wurden drei freistehende Glastrennwände (ESG 10 mm, Satinato) als Homeoffice-Abtrennung auf diese Weise realisiert: Stahlrahmen mit Breitstahl-Fußplatten (300 × 400 mm), kein Bohren möglich wegen Fußbodenheizung im Estrich. In einer Mietwohnung in Frankfurt mit Holzbalkendecke fiel dieselbe Entscheidung aus einem anderen Grund: Die Decke bot keine ausreichende Klemmkraft für ein Boden-Decke-System - der Raumteiler mit 120 kg Eigengewicht und 600 mm tiefer Stahlbasis stand ohne jede Deckenbefestigung stabil.

Glasdicke und Traghöhe

ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) ab 8 mm Dicke ist selbsttragend bis ca. 2.200 mm Höhe. Innerhalb dieser Grenze genügt der Glasrahmen, um das Eigengewicht der Scheibe sicher aufzunehmen. Darüber wird entweder VSG (Verbund-Sicherheitsglas) oder eine vollständige Stahlrahmenkonstruktion zwingend notwendig, da die Biegebelastung auf die Glaskante bei größeren Höhen die zulässigen Grenzwerte überschreitet. Diese Grenze ist keine Empfehlung - sie ergibt sich aus der Biegezugfestigkeit des Glases und der Statik der Konstruktion. Für Formate zwischen 2.200 mm und 3.500 mm Höhe - wie sie in Berliner Altbauten oder Lofts regelmäßig vorkommen - ist VSG oder ein vollständig ausgesteifter Stahlrahmen die einzige normkonforme Wahl.


Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern unterteilt einen hellen Wohnraum. Die Konstruktion verfügt über eine breite Durchgangsöffnung in der Mitte ohne Türblatt, Griff oder Scharniere. Dahinter ist ein Wohnzimmer mit Sofa un
Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern unterteilt einen hellen Wohnraum. Die Konstruktion verfügt über eine breite Durchgangsöffnung in der Mitte ohne Türblatt, Griff oder Scharniere. Dahinter ist ein Wohnzimmer mit Sofa und Couchtisch sichtbar. Der Boden besteht aus warmem Massivholzparkett.

Altbauboden und Decke: Welche Lasten muss Ihr Untergrund tragen?

Gewichtsverteilung und Lastprüfung

Ein Stahlrahmen-Raumteiler mit 3 m Breite und 2,4 m Höhe wiegt je nach Glasdicke und Rahmenprofil 180-220 kg. Dieses Gewicht wirkt nicht flächig, sondern konzentriert sich auf die Aufstandsflächen der Fußplatten. Zwei Fußplatten mit je 300 × 400 mm Aufstandsfläche, die ein Gesamtgewicht von 200 kg tragen, erzeugen eine Flächenpressung von ca. 83 kg je Fußplatte - auf einem Betonboden unkritisch, auf einem schwimmend verlegten Parkettboden oder einem Estrich über Fußbodenheizung jedoch eine Größe, die vor der Montage geprüft werden muss.

„Die häufigste Fehlerquelle bei freistehenden Glastrennwänden ist nicht das Glas selbst, sondern die Unterschätzung der Bodentragfähigkeit bei punktueller Belastung durch Klemmfüße."

Institut für Bautechnik Berlin (DIBt), Prüfbericht Innenausbau, 2022

In einem Regensburger Innenarchitektur-Projekt wurde ein Raumteiler als Schlafzimmerabtrennung im Studio-Apartment geplant: Breite 3.600 mm, zweiteilig mit Mittelpfosten, Klarglas 8 mm ESG, bohrfrei auf Betonboden. Gesamtgewicht 210 kg. Die Lastprüfung durch einen Statiker erfolgte vorab - und bestätigte die Tragfähigkeit des Betonbodens für diese punktuelle Belastung. Bei Unsicherheit über die Einbausituation steht das Beratungsteam von Manufaktur X für eine technische Ersteinschätzung zur Verfügung.

Holzbalkendecken im Altbau

Holzbalkendecken in deutschen Altbauten (Baujahr vor 1950) tragen gemäß DIN 1055-3 typischerweise 150-200 kg/m² Nutzlast. Ausreichend klingt das - bis man die Geometrie betrachtet. Ein Klemmfuß mit einer Aufstandsfläche von 300 × 400 mm (0,12 m²) konzentriert eine Last von 100 kg auf einen einzelnen Punkt. Die resultierende Flächenpressung von ca. 833 kg/m² überschreitet die zulässige Nutzlast um ein Vielfaches. Bei Holzbalkendecken empfiehlt sich daher entweder die Eigengewichtsstabilisierung ohne Deckenklemmung - wie im Frankfurter Beispiel oben - oder eine Lastprüfung durch einen Statiker, der die tatsächliche Tragfähigkeit der Balkenkonstruktion beurteilt.

Lastverteilungsplatten und Fußbodenheizung

Fußbodenheizung im Estrich bringt ein weiteres Problem mit sich: Dehnungsfugen im Estrich dürfen nicht durch Klemmfüße überbrückt oder belastet werden, da dies zu Rissen im Estrich führt. Die Lösung ist eine Lastverteilungsplatte aus 6 mm Stahl in den Abmessungen 500 × 500 mm, die zwischen Fußplatte und Estrich eingelegt wird. Sie verteilt die Punktlast auf eine Fläche von 0,25 m² und reduziert die Flächenpressung auf ein für Estrichkonstruktionen verträgliches Maß. In einem Kölner Neubauprojekt mit Fußbodenheizung wurde dieses Detail exakt so umgesetzt: Klemmfüße auf Stahlplatten (6 mm, 500 × 500 mm) zwischen Fußplatte und Estrich - die Dehnungsfugen blieben unbelastet, der Raumteiler stand stabil.

Temperaturschwankungen und Klemmsysteme

Betondecken dehnen sich bei Temperaturveränderungen aus und ziehen sich zusammen. Die Raumhöhe kann sich im Verlauf einer Heizperiode um 1-3 mm verändern - für das bloße Auge unsichtbar, für ein auf Reibungskraft basierendes Klemmsystem aber erheblich. Klemmsysteme aus dem Baumarkt, die für Vorhangstangen oder leichte Dekorationselemente konzipiert sind, verlieren bei dieser Längenänderung ihre Klemmwirkung vollständig. Qualitätssysteme mit nachziehbaren Gewindespindeln kompensieren diesen Effekt - setzen aber einen Nachzieh-Termin nach 6-8 Wochen nach der ersten Heizperiode voraus. In dieser Einlaufphase verlieren Klemmsysteme durch Setzungseffekte und Temperaturschwankungen bis zu 15 % ihrer ursprünglichen Klemmkraft.


Eine raumhohe Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt Wohnbereich und Esszimmer in einer hellen Altbauwohnung. Die Trennwand verfügt über eine mittige Durchgangsöffnung ohne Türblatt, Griff oder Scharn
Eine raumhohe Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt Wohnbereich und Esszimmer in einer hellen Altbauwohnung. Die Trennwand verfügt über eine mittige Durchgangsöffnung ohne Türblatt, Griff oder Scharniere. Der Fischgrätparkett-Boden, ein Sofa sowie ein Esstisch mit Holzstühlen sind im Hintergrund sichtbar. Zimmerpflanzen und natürliches Licht unterstreichen die offene, luftige Atmosphäre.

Raumteiler Montage Stahl Glas: Schritt für Schritt ohne Handwerker

Vorbereitung: Messen und Deckenstruktur prüfen

Vor jeder Konfiguration steht die präzise Aufnahme der Einbausituation. Die Raumhöhe ist an mindestens drei Punkten zu messen - links, mittig und rechts der geplanten Aufstellposition. Abweichungen von mehr als 5 mm zwischen diesen Messpunkten sind in Altbauten keine Seltenheit und erfordern individuelle Ausgleichselemente, die bei einer Maßanfertigung direkt in die Konfiguration eingehen. Gleichzeitig ist die Deckenstruktur zu identifizieren: Betondecke, Trockenbau oder Holzbalken - diese Information bestimmt, welches Stabilisierungssystem technisch zulässig ist.

  • Raumhöhe an drei Punkten messen (links, Mitte, rechts) - Abweichungen über 5 mm dokumentieren
  • Deckenstruktur bestimmen: Beton, Trockenbau oder Holzbalken
  • Fußleistenhöhe, Heizkörper und Dehnungsfugen im Boden dokumentieren
  • Fotos der Einbausituation für den Hersteller anfertigen - schräge Wände, Stuckkanten und Vorsprünge mit abbilden

Montagereihenfolge beim Klemmsystem

Die Montage eines Boden-Decke-Klemmsystems folgt einer festen Reihenfolge, von der nicht abgewichen werden sollte. Zunächst wird der Stahlrahmen ohne Glasfüllung an der vorgesehenen Position aufgestellt. Mit einem 2-m-Richtscheit und einer Wasserwaage wird die Lotrechte in beiden Achsen geprüft - Abweichungen von mehr als 2 mm pro Meter führen langfristig zu Spannungsrissen im Glas. Erst wenn der Rahmen exakt im Lot steht, werden die Gewindespindeln gleichmäßig angezogen, mit einem Anzugsmoment von ca. 15-20 Nm. Anschließend ist das Lot erneut zu kontrollieren, da das Anziehen der Spindeln den Rahmen minimal verschieben kann. Erst nach dieser abschließenden Kontrolle erfolgt der Glaseinbau.

Glaseinbau: Gewicht, Hilfsmittel und Dichtungsprofil

Eine ESG-Scheibe in der Größe 1 m × 2 m bei 10 mm Dicke wiegt ca. 25 kg. Handhabbar auf dem Papier - ohne geeignete Hilfsmittel in der Praxis nicht. Eine Scheibe dieser Größe lässt sich nicht sicher mit bloßen Händen in einen Stahlrahmen einsetzen, ohne die Glaskante zu beschädigen. Kantenbeschädigungen sind die häufigste Ursache für Glasbruch nach der Montage. Ein Glasheber (Vakuumsauger) mit mindestens 80 kg Tragkraft ist kein optionales Hilfsmittel, sondern eine Sicherheitsanforderung. Der Einbau erfordert mindestens zwei Personen. Ebenso zwingend ist das Dichtungsprofil aus EPDM oder Silikon zwischen Glas und Stahlrahmen: Direkter Metall-Glas-Kontakt erzeugt Mikrovibrationen und Spannungskonzentrationen, die das Glas langfristig beschädigen.

„ESG-Glas darf niemals ohne elastisches Zwischenprofil in metallische Rahmenkonstruktionen eingesetzt werden. Der direkte Kontakt führt zu Spannungsspitzen, die bei thermischer Belastung zum Spontanbruch führen können."

Bundesverband Flachglas, Technische Richtlinie Glaseinbau im Wohnungsbau, 2022

Die Schutzfolie auf dem Glas sollte erst nach vollständiger Montage entfernt werden: Kratzer durch Werkzeuge oder Rahmenkontakt entstehen fast ausschließlich während der Montage, nicht danach.

Abschlusstest und Nachzieh-Termin

Nach vollständiger Montage ist die Kippstabilität zu prüfen: Beide Hände an die Oberkante des Raumteilers legen und mit ca. 30 kg seitlicher Kraft belasten. Kein System darf dabei mehr als 5 mm nachgeben. Gibt es mehr Bewegung, sind die Klemmspindeln nachzuziehen und das Lot erneut zu prüfen. Pflicht ist außerdem ein zweiter Kontrolltermin nach 6-8 Wochen: Klemmsysteme verlieren in dieser Einlaufphase durch Setzungseffekte und erste Temperaturschwankungen bis zu 15 % ihrer Klemmkraft. Ein einmaliges Nachziehen der Spindeln nach dieser Phase genügt; danach reicht eine jährliche Sichtkontrolle.


Klarglas, Satinato oder VSG: Welche Glasart passt zu Ihrem Vorhaben?

ESG als Standardwahl bis 2.200 mm Höhe

ESG nach EN 12150 ist die Standardwahl für Glastrennwände bis 2.200 mm Höhe. Mit einer Biegezugfestigkeit von 120 N/mm² - ca. viermal höher als die von Floatglas (Quelle: Bundesverband Flachglas, Technische Richtlinie 2022) - ist es für die mechanischen Anforderungen eines Raumteilers im Wohnbereich ausreichend dimensioniert. Im Bruchfall zerfällt ESG in kleine, stumpfkantige Krümel, die keine schweren Schnittverletzungen verursachen. Ab 8 mm Dicke ist ESG selbsttragend genug für freistehende Konstruktionen. Für Höhen bis 2.200 mm ist 8 mm die übliche Wahl; für größere Formate empfiehlt sich 10 mm, um die Biegesteifigkeit der Scheibe zu erhöhen. Eine ESG-Scheibe 10 mm in der Größe 1,2 m × 2,2 m wiegt dabei ca. 30 kg - ein Wert, der die Wahl der Transportmittel und des Montageteams direkt beeinflusst.

VSG: Wann der Aufpreis gerechtfertigt ist

VSG besteht aus zwei oder mehr Glasschichten, die durch eine PVB-Folie (Polyvinylbutyral) miteinander verbunden sind. Im Bruchfall hält die Folie die Scherben zusammen - das Glas bricht, bleibt aber in seiner Fläche. Ab 2.200 mm Höhe ist VSG oder eine ausgesteifte Stahlrahmenkonstruktion zwingend erforderlich. Darüber hinaus ist VSG die Wahl, wenn erhöhter Schallschutz gefordert ist: VSG 6/6 mm mit PVB-Folie erreicht einen Schalldämmwert (Rw) von bis zu 42 dB - gegenüber ca. 35 dB bei ESG 10 mm (Bundesverband Flachglas, Schallschutz im Hochbau, 2021). Für die Abtrennung eines Homeoffice in einem offenen Loft sind diese 7 dB hörbar relevant: 42 dB entsprechen in etwa der Dämmwirkung einer massiven Innentür, 35 dB der einer leichten Holztür. Der Aufpreis gegenüber ESG beträgt ca. 20-35 %, abhängig von Scheibengröße und Glasaufbau.

Klarglas vs. Satinato: Pflege und Sichtschutz

Klarglas maximiert die Lichtdurchlässigkeit und lässt den Raum optisch offen wirken - zeigt aber jeden Fingerabdruck und jede Schliere sofort. Satinato-Glas (sandgestrahlt) streut das Licht, schützt die Privatsphäre ohne vollständige Sichtdichte und ist im Alltag deutlich pflegeleichter. Wer einen Raumteiler als Schlafzimmerabtrennung oder Homeoffice-Trennung plant, wird mit Satinato langfristig zufriedener sein. In dem Hamburger Loft-Büroprojekt mit drei freistehenden Glastrennwänden wurde Satinato gewählt: Die Scheiben trennten Arbeitsbereiche optisch ab, ohne den offenen Charakter des 180 m² großen Grundrisses zu zerstören. Klarglas eignet sich dort, wo die Raumwirkung durch Transparenz erhalten bleiben soll - etwa in einem Studio-Apartment, das durch den Raumteiler nicht optisch verkleinert werden darf. Glasart, Rahmenprofil und RAL-Farbe lassen sich im 3D-Konfigurator von Manufaktur X kombinieren und als Festpreis berechnen, bevor eine Bestellung ausgelöst wird.

Elastisches Zwischenprofil: Pflicht, keine Option

Für jede Rahmenkonstruktion aus Stahl gilt unabhängig von der gewählten Glasart: Das elastische Zwischenprofil zwischen Glas und Rahmen ist keine optionale Ausstattung, sondern eine technische Notwendigkeit. Direkter Metall-Glas-Kontakt erzeugt bei thermischer Belastung Spannungsspitzen an den Glaskanten. Bei ESG können diese Spannungen durch Nickeleinschlüsse im Glas zu spontanem Glasbruch führen - einem Phänomen, das ohne Vorwarnung auftritt und durch korrekte Montage vollständig vermieden werden kann. EPDM- oder Silikonprofile mit einer Shore-Härte von 60-70 sind die üblichen Materialien; sie dämpfen Mikrovibrationen und gleichen minimale Maßtoleranzen zwischen Glas und Rahmen aus.


Eine raumhohe Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt eine Küche von einem hellen Wohnbereich. Die Konstruktion umfasst eine breite Durchgangsöffnung in der Mitte ohne Türblatt oder Griff. Der Boden be
Eine raumhohe Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern trennt eine Küche von einem hellen Wohnbereich. Die Konstruktion umfasst eine breite Durchgangsöffnung in der Mitte ohne Türblatt oder Griff. Der Boden besteht aus Fischgrät-Parkett, im Hintergrund sind eine Holzbank und ein botanisches Poster sichtbar. Die Wand wirkt fest und unbeweglich – keine Scharniere oder Griffe erkennbar.
Raumteiler - 3D-konfigurator, Manufaktur X
Raumteiler

Kosten im Überblick: Was kostet ein bohrfreier Raumteiler wirklich?

Konfektionsware vs. Maßanfertigung

Klemmsysteme aus dem Baumarkt oder von Online-Anbietern sind für 80-250 € erhältlich. Diese Systeme sind für Vorhangstangen oder leichte Dekorationselemente ausgelegt - nicht für ESG-Scheiben mit 20-40 kg Gewicht. Die Klemmbacken sind für diese Lasten nicht dimensioniert; die Materialgüte der Spindeln entspricht nicht den Anforderungen einer dauerhaft belasteten Konstruktion. Ein maßgefertigter Stahlrahmen-Raumteiler von Manufaktur X - Rahmenprofil aus 4 mm Rohstahl, RAL-pulverbeschichtet, ESG 8 mm, bohrfreies Klemmsystem - beginnt ab 945 €. Dieser Preis schließt die Maßfertigung auf die exakten Raummaße ein: kein Nacharbeiten vor Ort, keine Passungenauigkeiten durch Standardmaße. Schon eine schiefe Wand mit 3° Abweichung ergibt bei 2.400 mm Höhe einen Versatz von über 12 cm an der Decke - Standardbreiten wie 80 cm oder 100 cm passen in solche Altbauöffnungen schlicht nicht.

Jeder Raumteiler von Manufaktur X wird in der EU gefertigt. Die Lieferzeit beträgt 6 Wochen ab Auftragsbestätigung - kalkulierbar, ohne Überraschungen.

Aufpreise: VSG, RAL-Sonderfarben und Glasgewicht

VSG kostet gegenüber ESG ca. 20-35 % mehr, abhängig von Scheibengröße und Glasaufbau.

Manufaktur X - maßgefertigte Möbel aus Stahl, Glas und Massivholz im 3D-Konfigurator - Raumteiler
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